Mountenbiker auf Tour im Ruhrgebiet

Eindrucksvolles Fahrraderlebnis im Pott

Unter dem Motto „Tour de Ruhr“ startete in diesem Jahr eine elfköpfige Fahrradgruppe des VfL zur nunmehr 26. Fahrradtour. Mülheim a. d. Ruhr war Domizil und Ausgangspunkt wobei die Ortskundigen, Wolfgang Schupp und Siggi Meier, die Fahrstrecken erkundet und das Zusammentreffen perfekt organisiert hatten. Das es nach den vielen Wochen absoluter Trockenheit gerade an diesem Wochenende kräftig regnete, tat der Sache keinen Abbruch, sorgte aber für Änderungen im Ablauf.
Gestartet wurde die erste Runde am frühen Freitagnachmittag, wobei sich am Horizont bereits eine dunkelgraue Wolken- und Regenwand ankündigte. Nach etwa 20 km und einer kleinen Rast öffneten sich dann die Schleußen und der Regen begleitete die Gruppe auf dem gesamten Rückweg. Da auch für Samstag anhaltender Regen und für Sonntag trockenes Wetter angekündigt wurden, einigte man sich schnell darauf, das Programm der folgenden Tage zu tauschen. So galt der Samstag ganz dem Thema „Das zerbrechliche Paradies“, einer einzigartigen Ausstellung im Gasometer Oberhausen. Eindrucksvolle großformatige Aufnahmen von der Erde, von Tieren und Pflanzen, dazu der Raubbau an der Natur und die systematische Ausbeute unseres Planeten, begleitet von dem nicht mehr zu leugnenden Klimawandel, zeigten schonungslos, wo sich mit Menschenhand geschaffen, unsere Erde hinbewegt. Ein weiterer Höhepunkt dieser Ausstellung ist die Erde selbst. Im riesigen Innenraum des Gasometers wird unser blauer Planet leuchtend zum Leben erweckt: Der Rundgang durch die „Wunder der Natur“ gipfelt im Blick auf eine 20 Meter große Erdkugel, die im 100 Meter hohen Luftraum des Gasometers schwebt. Bewegte, hoch aufgelöste Satellitenbilder werden detailgenau auf die Erdkugel projiziert.
Der Besucher erlebt die faszinierenden Erscheinungen der Erdatmosphäre im Wechsel von Tag und Nacht und dem Wandel der Jahreszeiten.
Diese Ausstellung hat unsere Gruppe tief bewegt und gab für den restlichen Tag viel Raum für Gespräche und Diskussionen.

Wie erwartet, war es am Sonntag trocken und die 60 km Runde von Mülheim über Essen, Duisburg, Bottrop und Oberhausen zeigte eindrucksvoll, welche klasse Infrastruktur für Radfahrer im Ruhrgebiet anzutreffen ist. Ein Teil unserer Route führte auch über den neuen Radschnellweg RS 1, welcher am Ende über etwa 100 km das Ballungszentrum verbindet und für schnelle kurze Wege sorgt.
Bemerkenswert einmal mehr, wie viel Wald- und Wasserflächen in dieser Region anzutreffen sind.

Die Tour führte weiter zur Zeche Zollverein wo wir das Gelände der Kokerei und Zeche mit dem Rad erkundeten. Weiter ging es an der Emscher und am Rhein-Herne-Kanal vorbei hoch zur Aussichtsplattform Tetraeder Bottrop. Eindrucksvoll der Rundblick über weite Teile des Ruhrgebietes. Viele weitere Sehenswürdigkeiten zeigten einmal mehr die Vielfältigkeit dieser am dichtesten besiedelten Region Deutschlands.

Zum Abschluß der dreitägigen Fahrrad- und Erlebnistour wurde auch das Ziel für das Jahr 2023 festgelegt. Unter der organisatorischen Leitung von Karl-Franz Schütz geht das 27. Radtreffen ins Frankenland.

Bericht/Fotos: Johannes Schmidt