Der VfL Dermbach 1899 e. V. im Spiegel der Zeit

Anlässlich des 100 jährigen Vereinsjubiläums im Jahre 1999 wurde von Armin Pietz, seinerzeit 2. Vorsitzender und weiterhin aktives Vereinsmitglied, die Vereinschronik neu recherchiert, zusammengefasst und in der Jubiläumsbroschüre veröffentlicht. Ergänzt, und für das Internet bearbeitet wurde der Beitrag von Johannes Schmidt. Lesen Sie die beeindruckende Geschichte eines Dorfvereines von der Gründung bis ins 21. Jahrhundert.

Am Anfang der Recherche stellte sich die Frage, kann es eine Chronik werden, wenn aus der Gründungszeit zur wenige Quellen zur Verfügung stehen. Nach vielem Hin und Her entschied sich Armin Pietz für diese Form der Darstellung. Sie zeigt den VfL Dermbach im Kontext seiner Zeit, in den politischen und gesellschaftlichen Beziehungen von Bürgern eines kleinen Ortes in Deutschland die, wie wir ja heute auch, ihren gesellschaftlichen Platz suchten und ihn im Sporttreiben fanden. Es ist eine Rückschau auf den Sport in Dermbach im Rahmen einer Vereinsorganisation, die sich bei seiner Gründung „Turnverein Jahn“ nennt und heute „VfL-Dermbach“ heist. Dabei sollten auch nicht die Aspekte außer acht gelassen werden die zeigen, wie man sich trotz lauterer Absicht in politische Fallstricke begeben kann. Ein Verein also, wie er überall in Deutschland besteht der aber dennoch, durch die Menschen die ihn prägten und prägen, seine einzigartige Entwicklung genommen hat.

Der heutige VfL-Dermbach der sich, im Gegensatz zum damaligen Verein, eher als Sportverein nach ehemals englischem Vorbild sieht, wurde am 23. Juli 1899 als Turnverein „Jahn“ gegründet. In der 1969 in der Festschrift zum 70-jährigen Jubiläum erschienenen Chronik wird Franz Köhler als die treibende Kraft zur Gründung des Vereins bezeichnet. Nach Aussagen des einzigen, 1969 noch lebenden Mitgründers Josef Nauroth, ergriff er die Initiative dazu. Diese Aussage ist ein Faktum, sagt aber nichts über die tatsächlichen Beweggründe der Gründungsmitglieder aus. In der besagten Chronik wird von einer Begeisterung für die Jahn’sche Idee gesprochen, für die Franz Köhler die Jugend begeistern konnte. Daraus ergibt sich dann aber die Frage: was eigentlich die Jahn’sche Idee war und vor allem was man unter der Jahn’schen Idee im Jahre 1899 verstehen mußte? Lesen wir also erst einmal die Präambel der ältesten Satzung, die uns noch zur Verfügung steht:

Der Verein bezweckt die Pflege der körperlichen und sittlichen Kräfte seiner Mitglieder für den Dienst des Vaterlandes. Die Ausbildung körperlicher Kraft und Gewandtheit sucht er durch ein planmäßiges Turnen und Turnmärsche sowie durch die Pflege derjenigen verwandten Leibesübungen zu erreichen, welche geeignet sind, den Körper allseitig auszubilden. Zur Bildung der sittlichen Kräfte (soll er) zur Erneuerung und Befestigung einer opferwilligen Vaterlandsliebe dienen, (Er soll) die Gedenkfeiern vaterländischer Ehrentage, die geselligen Zusammenkünfte und Versammlungen (pflegen). Kursive Passagen sind zum besseren Verständnis nachträglich eingefügt.

Als Kinder ihrer Zeit, einer Zeit des nationalen Aufbruchs, 28 Jahre nach der Gründung des Deutschen Reiches, einer Zeit in der man in Deutschland glaubte alles möglich machen zu können, in einem nationalistischen und chauvinistischen Europa, wo die meisten Staaten von der eigenen Großmächtigkeit überzeugt waren. Im Aufwind der deutschen Wirtschaft, der sich auch sicherlich in dieser Region des Bergbaus und der Stahlgewinnung bemerkbar machte, haben die Gründerväter diese Präambel verfasst. Ich gehe davon aus, dass diese aus dem Jahre 1909 stammende Satzung in diesem Punkt dem Original entspricht.

Es war eine Zeit vieler Vereinsgründungen (1899 wurde Werder Bremen gegründet und 1900 der Deutsche Fußballbund). Im Deutschen Reich war eine gewisse Ruhe eingekehrt. Politisch und wirtschaftlich war man auf einem Höhepunkt angelangt. Man hatte Muse, sich mit anderen Dingen zu beschäftigen, als nur mit dem Broterwerb. Es war aber auch eine Zeit nationaler Romantik. Geschichte wurde in verklärter Form dargestellt. Man suchte geschichtliche Bezugspunkte zu einer realen politischen Situation, die jedoch in den Köpfen der Menschen noch nicht verankert war. In den Kreisen der Monarchie ebenso wie bei den einfachen Menschen im Lande, suchte man nach einer politischen wie auch persönlichen Identität und fand sie verschiedentlich in Äußerlichkeiten. Daraus entwickelte sich auch die Renaissance der Jahn’schen Idee.

Friedrich Ludwig Jahn war der Schöpfer der deutschen Turnbewegung. 1811 eröffnete er in der Hasenheide (bei Berlin) den ersten Turnplatz. Gedemütigt durch die Eroberung Preußens von den Truppen Napoleons, wollte er einen Beitrag zur Wiederherstellung der Bedeutung Preußens leisten. Die Menschen waren in der damaligen politischen und militärischen Situation wie paralysiert und resigniert. Jahn war daran interessiert die Jugend kraftvoll zu machen, aus ihrer Lethargie zu reißen, um der napoleonischen Besatzung  einmal entgegentreten zu können. Jahn war auch Mitbegründer der deutschen Burschenschaften, die später noch einen großen Anteil an der deutschen Geschichte haben sollten. 1813 nahm er mit vielen anderen seiner Turnbrüder an den Befreiungskriegen gegen Napoleon teil. Seine politischen Aktivitäten, wie es auch die turnerischen waren, machten ihn bei den Herrschenden bald suspekt. Einige Jahre nach der Niederlage Napoleons, von 1819 bis 1825, verbrachte er als liberalgesinnter Regierungsgegner in Festungshaft. 1848 war Jahn Mitglied der ersten deutschen Nationalversammlung in Frankfurt. Dieser kurze Abriß der Biographie Friedrich Ludwig Jahns lässt die Verklärung erkennen, die seinem Erbe entgegengebracht wurde. Denn Jahn war Revolutionär, oder zumindest Rebell, aber keinesfalls Untertan seiner Majestät des deutschen Kaisers, schon gar nicht eines Kaisers wie Wilhelm II. Aber wie gesagt, die Gründerväter waren Kinder ihrer Zeit und benutzten diese geschichtliche Gestalt, wie es auch heute noch gemacht wird, unreflektiert und romantisierend, um sich eine Identität zu geben. Im heutigen Wissen, um die Zeit vor dem Ersten Weltkrieg, lässt es die Präambel sehr suspekt erscheinen. Nur, im Nachhinein sind wir immer klüger.

Die Gründungsversammlung fand, wie es in der oben genannten Chronik formuliert wird, „nach altem Turnerbrauch“ im Freien statt, wie so manche Festlichkeit der damaligen Zeit. In der „Klemmhake“, symbolisch unter dicken Eichen, vollzog sich die Zeremonie der Gründung. Leider findet sich dazu heute keine Urkunde mehr. Nach mündlicher Überlieferung übernahm der damalige Holzhändler Wilhelm Utsch den Vorsitz und das wichtige Amt des Kassierers wurde von Peter Stricker übernommen. Weshalb der oben erwähnte Franz Köhler dann nicht mehr im Vorstand auftaucht, ist leider nicht nachvollziehen.

Die Vereinsfahne des Turnverein Jahn Dermbach aus dem Jahre 1903, erhaltenes Symbol aus der Gründerzeit, welches auch heute noch zu allen wichtigen Vereinsanlässen als besondere Referenz dient. Der Gesamtzustand der Fahne ist mittlerweile so schlecht, dass 2009 eine neue Vereinsfahne angeschafft wird.

Erste aktive Turner waren Heinrich Utsch, Karl Brühl und Aloys Schmidt. Von den Dreien wurden auch gleich die von der Satzung vorgesehenen Ämter des 1.,2. und 3. Turnwarts wahrgenommen. Geturnt wurde im Freien und zwar auf der Halde des Hollertzuges, an dem Ort wo heute die ehemalige Grundschule steht, sowie auf der Halde am Eingang zum Steinseifen (Martinsplätzchen). Die ersten Geräte waren das Reck, ein Holzgerüst mit einer Stahlstange, und der Barren, der ebenfalls stationär vorhanden war. Noch bis 1949 wurden die Turnplätze zum Turnen aber auch „zum frohe Feste feiern“ genutzt. Noch im Gründungsjahr stellte man eine damals in Vereinen weitverbreitete Pfeifer- und Trommlergruppe (umgangssprachlich „Knöppelmusik“ genannt) zusammen, die gemeinsam mit der in diesem Jahr auch gegründeten Laienspielschar, die Feste des „Turnvereins Jahn“ zu dörflichen aber auch darüber hinaus wirkenden Ereignissen werden ließ.

Ein Jahr nach der Gründung des Vereins im Jahre 1900 fanden die 2. Olympischen Spiele der Neuzeit in Paris statt. Dieser Umstand scheint unter den Dermbacher Turnern keine besondere Aufregung verursacht zu haben. In einer Zeit ohne Massenmedien wie Radio oder Fernsehen konnte natürlich auch keine direkte Identifikation mit teilnehmenden Sportlern stattfinden. Außerdem ließ der Umgang der „Deutschen Turnerschaft“, die 1860/61 gegründet wurde, mit der olympischen Idee es nicht zu, über Turnerzeitschriften, die es damals auch gab, zu informieren. Die „Deutsche Turnerschaft“ hatte keine Athleten gemeldet. Nur einige Teilnehmer aus jüdischen Turnvereinen, welche sich als Reaktion auf einen latenten Antisemitismus in der „Deutschen Turnerschaft“ und auf dem Hintergrund des von Theodor Herzl propagierten politischen Zionismus gründeten, traten im deutschen Namen bei einigen Turnwettkämpfen an und errangen auch einige Siege.

Dieses Foto stammt aus dem Jahre 1913 und zeigt Mitglieder des TV Jahn, dem Vorläufer des heutigen VfL Dermbach. Erkannt und namentlich zuzuordnen sind: v.l.n.r. 1. Reihe liegend, 2. Alfred Gerhardus, 3. Alfons Jung, 4. Peter Wolf - 2. Reihe sitzend, 2. Josef Nauroth, 3. Franz Köhler, 4. Ewald Meyer, 5. Arnold Lück, 7. Friedolin Eicher, 8. Albert Schupp, 9. Arnold Stricker - 3. Reihe, 2. Eduard Schneider, 4. Karl Utsch, 6. Johann Schupp, 7. Eduard Hilchenbach, 8. Ewald Muchermer - 4. Reihe, 1. Franz Schupp, 5. August Utsch, 7. Friedrich Schneider, 8. Linus Hilchenbach, 5. Reihe, Ignatz Alof.

Laut Chronik von 1969 konnte der Verein im Jahre 1906 schon 90 Mitglieder verbuchen, von denen 41 aktiv turnten. Geht man von einer damaligen Einwohnerzahl von ca. 550 aus, so konnte der Verein eine stolze Bilanz ziehen. Aus der Zeit vor dem 1. Weltkrieg findet sich nur noch eine handgeschriebene Satzung (damals „Grundgesetz“ genannt) aus dem Jahr 1909, dem 10. Gründungsjahr des Vereins, mit Eintragungsvermerken des Königlichen Amtsgerichts in Kirchen. Die Satzung wurde am 10. Dezember 1909 vom damaligen Vorstand gezeichnet, wurde aber erst am 22. Februar 1910 offiziell im Register eingetragen. Schon am 10. Oktober 1910 wurde das erste Eigentum des Vereins, ein Grundstück von 5652 m2, im Grundbuch des Königlichen Amtsgerichts Kirchen vermerkt. Das Grundstück liegt „In der neuen Wiese“ dem heutigen Gelände, auf dem die Turnhalle steht.

Kurios ist aus heutiger Sicht, daß man 1911 eine Fußballabteilung gründete, aus Ermangelung eines geeigneten Areals aber den Spielbetrieb nicht aufnehmen konnte.

Ein Stück Dorfgeschichte. Das Bild zeigt den Aufsichtsrat des Gewerkschafts Konsum Verein Dermbach, dem Aufsichtsratsmitglied Herrn Josef Nauroth zur Erinnerung an das 2-jährige Jubelfest gewidmet – 1. Reihe v.l.n.r. Ewald Lück, Martin Schmidt, Martin Müller, Karl Preußer. 2. Reihe Albert Schupp, Alois Lück und Josef Nauroth. Josef Nauroth und Albert Schupp gehörten zu den Gründungsvätern des TV Jahn Dermbach.

Der 1. Weltkrieg brachte die erste große Zäsur in das bis dahin florierende Vereinsleben. Man kann davon ausgehen, daß der „Hurrapatriotismus“ der damaligen Zeit auch an den Turnern des Dermbacher Turnvereins nicht spurlos vorübergegangen ist. 18 im Krieg getötete Turner mussten beklagt werden.  Aber bald darauf begann die Vereinsarbeit erneut. Im Gegensatz zu den Jahren nach dem 2. Weltkrieg hatte der Krieg keine direkten Auswirkungen im Inneren Deutschlands hinterlassen. Schlimmer waren die Folgen im nationalen Selbstbewußtsein der Menschen. Der Kaiser musste zurücktreten und emigrierte in die Niederlande. Für die meisten Deutschen, besonders für die deutschen Turner und erst recht für die hart arbeitenden Bergleute, war er die Integrations- und Identifikationsfigur. Mit der neugegründeten Republik wusste man nicht viel anzufangen. Und trotzdem machten sich die Menschen wieder auf, ein "normales Leben" einzurichten.

Schon am 6. Januar 1919 zur Jahreshauptversammlung konnte man wieder 55 Mitglieder zählen. Nach dem „puren“ Turnen der Vergangenheit, machte man sich immer mehr die englische Art der Leibesertüchtigung zu eigen, dem Sport. Bis dahin war der Sport in weiten Kreisen der deutschen Turnerschaft verpönt, aber wie auch heute, konnte man sich modernen Strömungen nicht verschließen. Verstärkt wandte man sich dem Fußball zu, dem  zutiefst  englischen  Spiel, aber auch dem Spiel der englischen Arbeiterschaft. So begann man nun tatsächlich Fußball zu spielen, wenn auch auf dem viel zu kleinen Turnplatz. Es spielte also nun, nicht wie noch vor ein paar Jahren, keine Rolle mehr, ob der Platz geeignet sei oder nicht. Man wollte spielen. 1920 kaufte man dann, das war schriftlich bemerkenswert, den ersten vereinseigenen Fußball. Der Sport wurde immer beliebter. Es wurde Faustball gespielt und für heutige Vorstellungen ungewöhnlich, auch ein sogenanntes Tampourinspiel.

Im Jahre 1922 richtete der Turnverein Dermbach das Bezirksturnfest aus. Diese Tatsache lässt die Bedeutung dieses Vereins erkennen, die er inzwischen im ganzen Bezirk errungen hatte. Im  Ehrenausschuss tummelten sich die damaligen Honoratioren: Landrat, Regierungsrat und Pfarrer. 

“Um 7 Uhr waren sämtliche Wett-Turner zur Stelle und alles wickelte sich nun programmäßig ab. Um 1 1/2 Uhr stellte sich der Festzug an der neuen Schule auf. Jetzt ging es unter den Klängen der Musik durch den festlich geschmückten Ort zum Festplatz. Eine nicht zu zählende Volksmenge war durch das schöne herrliche Wetter nach dem malerisch gelegenen Gebirgsdörfchen gewandert.....Um 5 Uhr fand die Preisverteilung statt. Vorerst trug der Verein ein Abschiedslied vor, welches reichen Beifall fand. Nun nahm unser Bezirksvorsitzender Herr Lehrer Weis das Wort [...]mit mächtigen Worten hob (der) Redner die Ziele der deutschen Turnerschaft hervor[...] Um 5 1/2 Uhr war die Preisverteilung beendigt und sämtliche Turner konnten früh genug wieder in ihre Heimat fahren.” (Auszug aus dem Protokollbuch vom 18.Juni 1922).

Bild links: nach den Recherchen könnte dies Franz Schneider sein – Bild rechts: Bei den Sportlern im Vordergrund handelt es sich v.l. um Arnold Nauroth und Eduard Müller. Die sitzenden Personen konnten namentlich nicht festgestellt werden.
Dorfmittelpunkt für alle Belange des öffentlichen Lebens in Dermbach war die Gastwirtschaft Utsch.

Die rege Vereinsarbeit gipfelte im Jahr 1926 im Bau der noch heute stehenden Turnhalle. Im Jahre 1924 feierte man das 25-jährige Stiftungsfest im Saal der Gastwirtschaft Utsch, der auch den Turnern als Übungsraum diente. Dabei trat immer mehr die Beengtheit der Räumlichkeiten in den Vordergrund. Auch ein wachsendes Selbstbewußtsein des Vorstands ließ den Verein zum Bau der vereinseigenen Turnhalle schreiten. Was den Verein allerdings dazu trieb, diesen Bau gerade auf dem Höhepunkt der Arbeitslosigkeit in Deutschland und am Vorabend der Weltwirschaftskrise (1929) zu beginnen, von 18 Mio. Erwerbspersonen waren 2,025 Mio. arbeitslos, ist uns heute nicht mehr verständlich und nachvollziehbar. In einem Protokolleintrag schon in der Bauphase der Turnhalle, liest man, dass [...] infolge  der schlechten wirtschaftlichen Lage, der Arbeitslosigkeit und der allgemeinen Geldnot, ruht vorläufig der Weiterbau, bis Geld (wieder) zur Verfügung steht. Mit Unterstützungsgesuchen an heimische Firmen versucht man zu weiterem Geld zu kommen. Im Protokoll wurde beklagt: [...] von keiner Stelle wurde etwas gegeben. Die Eiserfelder  Steinwerke stellten (allerdings) dem Verein anheim, bei besserer Wirtschaftslage das Gesuch zu erneuern.

Trotzdem konnte die Halle am 22. Mai 1927 eingeweiht werden. Schon im Jahre 1925 wurde dazu der Grundstein gelegt. In Eigenleistung und mit einem für die heutige Zeit unvorstellbaren persönlichen Einsatz, der sogar zu einer Bürgschaft mit dem persönlichen Eigentum der Vorstandsmitglieder Albert Schupp, Alfons Lück und Josef Nauroth führte, und aus der sie erst 1936 entlassen werden, wurde der Bau vollendet. Die Gemeinde Dermbach übernimmt eine Bürgschaft, die den Verein verpflichtet, wenigstes 30 Jahre der Schule die Mitbenutzung der Halle für das Schulturnen zu gestatten. Schon Weihnachten 1926 fand die erste Veranstaltung in der neuen Halle statt, die in den folgenden Jahren dem Verein so manche finanzielle Sorgen bereiten wird.

Ein wichtiger Teil der Vereinstätigkeit war in großem Maß das Theaterspielen. Wenn man den Meldungen und Erwähnungen der Hellerthaler Zeitung glauben wollte, so trat der Turnverein Jahn nur mit Theaterankündigungen und der Besprechung nach erfolgter Aufführung in Erscheinung. Ein Turnverein der damaligen Zeit war für die Mitglieder, als auch für die Bevölkerung, eine große Teile der Freizeit abdeckende Institution. So waren die Theateraufführungen des Turnvereins „Jahn“ Dermbach, zwischen den Weltkriegen und nach dem 2. Weltkrieg in der ganzen Umgebung bekannt und beliebt.

Die Turnhalle ist fertig. Mit einem Festzug wird das Ereignis unter Anteilnahme der Dorfbevölkerung gefeiert.

In den Jahren 1930 bis 1934 gab es erste größere Turbulenzen in dem bis dahin beschaulich erscheinenden Turnvereinsleben in Dermbach. Ein zweiter Verein mit ähnlichen Zielen wurde gegründet; die DJK Dermbach. Hervorgegangen aus den Reihen des damaligen katholischen Gesellenvereins Dermbach baute der neue Verein mit Hilfe des freiwilligen Arbeitsdienstes  den  Sportplatz auf dem Roland. Der vom Turnverein Jahn am 1. September 1931 an den Gesellenverein gestellte Antrag, den Platz mit benutzen zu dürfen wird abgelehnt. Postwendend stellt der Turnverein Jahn an den Eigner des Geländes Concordia, Eisenzecher Zug, den Antrag, dort ebenfalls einen Sportplatz zu bauen. Diesem Antrag wurde stattgegeben und so konnte der TV Jahn Dermbach seinen Sportplatz zwei Monate früher als die DJK den Sportplatz am Roland einweihen. Doch schon im Jahre 1932 übernahm die Vernunft wieder in Dermbach das Ruder. In der Mitgliederversammlung am 15. November 1932 konnte der Vorstand über den Erfolg   berichten, dass das gespannte Verhältnis beendet sei. Als äußere Zeichen wurden nun die in jedem Verein gegründeten Schülermannschaften aufgelöst, [...] Bälle (?!) sollten den Schülern seitens der Vereine keine mehr gestellt werden. Damals wie heute sah man die Chance Mitglieder zu gewinnen und an sich zu binden darin, das Angebot attraktiver zu gestalten. Am 28. September 1932 faßte man also den Beschluß den Dermbacher Weiher zum Badeweiher auszubauen.

Die Fußballmannschaft der neugegründeten DJK – Hintere Reihe v.l. Albert Jung, Ernst Hering, Franz Rödder, Titus Schneider, Paul Gerhardus, Titus Jung, Paul Schupp, Paul Farnschläder – vorne v.l. Franz Lück, Josef Bär, Peter Hering

Die politische Situation am Vorabend der nationalsozialistischen Machtergreifung ein paar Jahre später und die damit verbundene Endtraditionalisierung der gewachsenen vom katholischen Tages- und Jahresrhythmus geprägten sozialen Struktur in Dermbach, führte wohl zu dieser Spaltung. Die Spaltung ging teilweise durch Familien hindurch und verursachte viel böses Blut. Ein kleiner Auszug aus dem Jahresbericht zur Jahreshauptversammlung am 21.10. 1933: “...Mit der Reichstagswahl am 5. März 1933 kam die nationale Erhebung des deutschen Volkes zur Ergreifung der Macht in unserem Vaterland. Nationalsozialisten und Kampffront „Schwarz, Weiß, Rot“ verfügten über eine Mehrheit im deutschen Reichstag. In vorderster Reihe stellte sich die deutsche Turnerschaft geschlossen hinter die neuen Regierungsmänner. Es wurden neue Männer an alle führenden Stellen in der deutschen Turnerschaft gestellt. Dieser Führerwechsel wurde bis in die kleinsten Vereine innerhalb der deutschen Turnerschaft durchgeführt. Zum Zwecke dieser Gleichschaltung fand am 14. Mai eine Gesamtvorstandsitzung statt, in der sämtliche Vorstandsmitglieder ihre Ämter niederlegten [...] zur Wahl des 1. Vorsitzenden Albert Schupp; dieser wurde aber von der Versammlung einstimmig wiedergewählt. Derselbe ist zwar nicht Mitglied der NSDAP, gab aber der Versammlung die Erklärung ab, den Verein im Sinne der nationalen Regierung zu führen [...] der Vorstand Herr Albert Schupp (wurde) bestätigt [...] nur in Zukunft nach der neuen Regierung der NSDAP sämtliche Vorstandsmitglieder neu zu bestimmen hat [...]”

Im Protokoll der gleichen Jahreshauptversammlung wurde nun aus der Wahl des Vorstands eine Wahl der Funktionäre und im Weiteren wurde aus dem 1. Vorsitzenden Albert Schupp der Vereinsführer Albert Schupp. Aber in folgenden Protokollnotizen herrschten noch die alten Bezeichnungen vor. Man konnte sich doch nicht so schnell umstellen und anpassen. In der Zeit nach Ostern, das genaue Datum ist nicht festzustellen, ... mußte der bisherige Vereinsführer Albert Schupp aus gesundheitlichen Gründen zurücktreten [...] Noch im Jahre 1934 einigten sich der Turnverein Jahn und der Kath. Gesellenverein darauf, daß der Gesellenverein drei bis viermal im Jahr die Turnhalle zu größeren Veranstaltungen benutzen durfte und im Gegenzug, der Turnverein Jahn die Genehmigung bekam auch auf dem Sportplatz Roland zu spielen. Nachdem die DJK verboten wurde, übernahm der Turnverein Jahn einige Mitglieder und wuchs dadurch laut Protokoll vom 4. August 1934 von 57 auf 77 Mitglieder. Im darauffolgenden Jahresbericht zur Jahreshauptversammlung am 20.Oktober 1934 wird dies als Erfolg vermeldet, ohne Hinweis auf die Umstände. Ein weiterer Hinweis auf die geänderte politische Lage läßt sich in diesem Bericht erkennen, denn es wird nicht mehr von Wahlen sondern von Bestimmungen geschrieben. Im Anschluß an diese Jahreshauptversammlung feierte man das 35. Stiftungsfest des Vereins mit einem Festkommers und Veranstaltungen am folgenden Tag.

In der Generalversammlung am 11. Oktober 1934  wurden durch eine Satzungsänderung alle demokratischen Formen des bisherigen Vereins offiziell getilgt. Danach fehlen einige Blätter im Protokollbuch, die nachträglich herausgetrennt wurden.

Nun kann man, wenn man zwischen den Zeilen liest, von einem Überschlagen der Ereignisse sprechen. Am 7. April 1935 findet eine außerordentliche Mitgliederversammlung statt, die zu einer weiteren Satzungsänderung führte. Analog zum Führerprinzip des Nationalsozialismus wurde mit dieser Änderung die alleinige Macht des Vereinsführers manifestiert. Eine weitere Änderung regelt die Übernahme des Vereinsvermögens bei einer möglichen Zwangsauflösung des Vereins. Die Deutsche Turnerschaft wird als „Erbin“ eingesetzt. Am 21. August 1935 ist wieder eine außerordentliche Mitgliederversammlung. Die Mitglieder des TV Jahn werden auf die Wehrertüchtigung eingeschworen. Aus dem Protokoll: “[...] Turnen ist die Vorbereitung für den Dienst im Reichsheer. Jeder Jugendliche unter 21 Jahren ist verpflichtet, sofern er im Verein ist, sich sportlich oder turnerisch zu betätigen. Der Turnbruder Eduard Müller wird vom Vereinsführer zum Oberturnwart ernannt [...]” Am 12. Oktober teilt der Vereinsführer mit, daß die NSDAP dem Verein grundsätzlich das Theaterspielen verboten hat. In einer späteren Sitzung klagt er darüber, daß man jetzt gar keine Gelegenheit mehr habe, Geld zu verdienen, um die Schulden für die Turnhalle abzutragen. Dabei klagt er auch im eigenen Interesse, da er, wie schon oben erwähnt, mit eigenen Mitteln für die Finanzierung bürgt. Mit einem Zuschuss von 200 RM vom Kreis Altenkirchen, hofft man, die Burbacher Stuhlfabrik zu befriedigen. Mit den drückenden Schulden “am Hals” wird man nun auch noch in die nationalsozialistische Wohlfahrt eingebunden. In Zusammenarbeit mit den anderen Dermbacher Vereinen wird eine gemeinsame Feier für das Winterhilfswerk (WHW) vorbereitet und durchgeführt.

Mit dem Jahresbericht zur Jahreshauptversammlung am 25.Januar 1936 enden die Aufzeichnungen im Protokollbuch. Das Protokoll zur Jahreshauptversammlung selbst fehlt. Es wurden sichtbar Seiten aus dem Buch getrennt. Eine Information ist noch zusammenhangslos im Buch aufgeführt, die über die Auslösung der Bürgschaft für die Finanzierung der Turnhalle berichtet. Die Herren Albert Schupp, Josef Nauroth I und Alfons Lück I sind endlich den persönlichen, finanziellen Druck los. Am 18. April 1939 wird die Turnhalle mit Grundstück zum Preis von 4500 RM an die Gemeinde Dermbach verkauft. Weitere Abmachungen zum Zwecke der Nutzung durch den Verein schließt der Kaufvertrag ein.

v.l. Karl Schmidt, Max Lück, Willi Lück, August Braun, Heinrich Schwerber, Alois Pick, Theo Lück, Paul Gerhardus, Harl-Heinz Braun, Josef Schuhen, Franz Farnschläder und Alfons Rödder

 

 

Vereinsfest unter den Eichen, im heutigen Dorfwäldchen

Neugründung des Vereins

Nach Ende der Nazi-Diktatur und des verheerenden Krieges, dem 15 Vereinsmitglieder zum Opfer fielen, war an eine Vereinsarbeit nicht zu denken. Zwar wurde der Turnbetrieb auch noch in den ersten Jahren des Krieges weitergeführt, solange das deutsche Heer noch von Sieg zu Sieg eilte, wurde aber dann bis zum Ende des Krieges eingestellt.

Die erste Eintragung im Protokollbuch ist datiert vom 19. September 1948. Dabei beruft man sich auf die am 10. August 1948 von der französischen Militärregierung genehmigte Gründungsversammlung und führt sie auch durch. Schon im Januar 1947 beantragt  man die Durchführungserlaubnis, aber es dauerte über 1 Jahr bis zur Genehmigungserteilung.

Die Neugründung des Vereins erfolgte auf Drängen von Karl Nauroth. Nach dem Verlesen der neuen Satzung und deren einstimmige Annahme durch die 37 Anwesenden wurde der neue Vorstand gewählt.
1. Vorsitzender wurde Franz Gerhardus in den amtlichen Schreiben wird er auch Vereinsdirektor genannt.
1. Schriftführer wurde Josef Jung
1. Kassierer wurde Vinzenz Lück

Der neue, alte Verein hieß nun „Verein für Leibesübungen (VfL) 1899 Dermbach“. Am 2. Dezember 1949 wurde der Verein offiziell in das Vereinsregister am Amtsgericht Kirchen eingetragen.

Diese im Original erhaltenen Schriftstücke dokumentieren den offiziellen Wiederbeginn des Vereinslebens.

Bis dahin musste allerdings noch so manche Hürde überwunden werden. Am 5. Februar 1949 lehnte nämlich der französische Administrator für den Kreis Altenkirchen M. Laumond den 1. Kassierer Vinzenz Lück als Mitglied des Vorstands (Direktionsausschuss) ab und trug dem Verein auf, eine andere Person zu benennen. Es geht aus den Unterlagen nicht hervor wie, aber der Verein hat sich wohl durchgesetzt und Vinzenz Lück  als 1.Kassierer behalten. Trotzdem war der Sportbetrieb 1948 schon in vollem Gange. Man hatte eine Fußballabteilung, eine Hand- und Faustballabteilung, eine Tischtennisabteilung und eine, man höre und staune, Schachabteilung. Außerdem betrieb man Leichtathletik in den Sommermonaten. Nun wurde auch wieder Theater gespielt. Die erste Aufführung hieß: „Rosa von Tannenberg“ ein Märchendrama in 4 Aufzügen mit Gesang von P. Humpert. Die Vorstellungen liefen am 16. und am 23. Januar 1949. Die Leitung hatte Karl Nauroth.

Die Nachkriegszeit mit all ihren Problemen machte natürlich auch nicht vor diesem Verein halt. So war es ein immer wiederkehrendes Thema in den Sitzungen dieser Zeit: “[...] wie kommen wir an Brennmaterial für die Beheizung, wie kommen wir an notwendige Sportbekleidung und Ausrüstung heran.”

Am 31. Juli 1949 feierte man das 50. Stiftungsfest. Die Mitgliederzahlen stiegen jetzt kontinuierlich. Im Gründungsjahr 1949 konnte am Ende eine Mitgliederzahl von 83 vermeldet werden. Ein Jahr später waren es 94. Dann stagnierte diese Zahl. Um aber Ende der 50-ziger Jahre wieder anzusteigen von zwischenzeitlich über 500 bis auf heute etwa 450.

Am 30. Dezember 1954 wird dem VfL Dermbach die Gemeinnützigkeit durch den Sportbund Rheinland bescheinigt.

Die folgenden Jahre waren von einem kontinuierlichen Aufbau geprägt. Hans Straßer, der spätere Vorsitzende, gründete 1955 die Skiabteilung. 1965 wurde durch Walter Lessenich die Rhönradabteilung gegründet. Schon drei Jahre vorher gründete sich die Frauengymnastikabteilung. Die Badmintonabteilung wurde 1978 von Johannes Straßer gegründet und 1989 kam die Tanzabteilung hinzu. Für einen Ort mit heute etwa 920 Einwohnern ein stolzes Sportangebot für Jung und Alt.

Gruppenbild anlässlich des 70-jährigen Vereinsjubiläum 1969

Wintersportanlage

1983 wurde mit der Errichtung eines neuen Skihanges mit Lift- und Flutlichtanlage begonnen. Diese Anlage konnte am 3.1.1985 in Betrieb genommen werden. Im 2. Bauabschnitt wurde dann die Skihütte – die heute als Erinnerung an den Gründer der Skiabteilung und langjährigen Vereinsvorsitzenden des VfL "Hans Straßer Hütte" heist – errichtet und am 8.8.1990 mit der ersten offiziellen Veranstaltung, einer erweiterten Vorstandssitzung, eröffnet. Sieben Jahre Freizeit opferten eine zunächst große und auf Dauer immer kleiner werdende Helferschar. Mehr als 5.000 Stunden Eigenleistung wurden erbracht um die Gesamtmaßnahme auf die Beine zu stellen. Das sich die Schneesituation in den folgenden und gerade seit Beginn des neuen Jahrtausend ständig verschlechterte, hatte sich keiner erträumt.

Einkehr nach der Maiwanderung...
... da lässt sich gut feiern!

100 Jahre VfL Dermbach – ein großes Fest

1999 feierte der VfL Dermbach sein 100 jähriges Jubiläum. Zum Auftakt wurde am 12.Mai in der Großturnhalle Herdorf ein buntes Sportprogramm geboten, ein Querschnitt durch die Sportarten, vorgetragen von Jung und Alt aus den einzelnen Abteilungen. Vom 22. bis 24. Mai wurde im Festzelt bei der Turnhalle, unter Teilnahme der ganzen Dorfbevölkerung, der Ortsvereine, befreundeter Sportvereine und zahlreichen Besuchern aus Nah und Fern, ein tolles Fest gefeiert. Der Festgottesdienst im Festzelt wurde zu einem beeindruckenden Programmpunkt, gefolgt von einem großen Festzug durch das Dorf und einem Galaabend mit der Tanz- und Showband "Street Life". Ein zünftiger Frühschoppen am 24. Mai sorgte für den perfekten Abschluss der Festtage. Mit einer Sport Gala am 6.11.1999, in der Großturnhalle in Herdorf, endeten die Veransttaltungen im Jubiläumsjahr. Hier wurden nochmals alle sportlichen Register gezogen. Die Tischtennisprofis Steffen Fetzner und Andrzej Gruppa vom TTC Zugbrücke Grenzau , das Turnteam von Toyota Köln, die Showtanzgruppe Just vor Fun, die Trampolingruppe des TV Salchendorf und weitere hochrangige Sportlerinen und Sportler aus dem Rhönradbereich sorgten für Begeisterungsstürme. Kaum einer hatte im Vorfeld geglaubt, dass der VfL sein 100 jähriges Jubiläum mit soviel Professionalität, Begeisterung und Nachhaltigkeit auf die Beine stellen könnte.

Unzählige Erfolge begleiteten seit dem Neubeginn den Weg des VfL-Dermbach. Mannschaften und Einzelsportler schafften die Teilnahme an hochrangigen sportlichen Veranstaltungen und erzielten herausragende Ergebnisse. Im Bereich des Rhöradturnens hat sich der Verein ein bundesweites Ansehen als Ausrichter des Dermbach-Pokals erworben. Tischtennis spielt seit Jahrzehnten eine dominierende Rolle im Verein und es ist bemerkenswert, auf welch hohem Niveau in den Amateurklassen bis zur 1. Rheinland-Liga Wettkampfsport betrieben wird.

Höhen und Tiefen prägen das Vereinsleben zu allen Zeiten. Sportarten und Abteilungen erleben Blütezeiten oder müssen die Aktivitäten einstellen. Nach Faustball in den 80ziger Jahren sind es nun die Fußball- und Skiabteilung die um ihre Existenz kämpfen. Veränderungen am Arbeitsmarkt wie etwa mehrschichtiger Arbeitsbetrieb, oder auch Nachwuchssorgen durch weniger Kinder, machen gerade den Mannschaftssportarten zu schaffen. Der Klimawandel beschert uns nicht mehr genügend Schnee und lässt den Wintersport in unseren Regionen kaum noch zu. Viele Menschen neigen dazu, weniger eine Vereinsbindung einzugehen und dafür individuell bei einem kommerziellen Sportanbieter oder in einem Fitness-Studio Sport zu betreiben. Gemeinschaftserlebnis und die mit einer Vereinsmitgliedschaft möglicherweise verbundenen Verpflichtungen, sich auch für das Allgemeinwohl zu engagieren, sind in vielen Köpfen nicht mehr so ausgeprägt. Dennoch, es gibt für den VfL Dermbach keinen Grund pessimistisch in die Zukunft zu blicken. Immer wieder sind Menschen bereit sich zu engagieren und etwas zu bewegen und wer einmal zuschaut, mit welch einer Geduld und Hingabe die Übungsleiter/innen sich dem Nachwuchs widmen und mit welch einer Begeisterung die Kinder bei der Sache sind für den wird klar, 2009, im 110. Jahr nach der Vereinsgründung hat der VfL Dermbach eine gute Zukunft.

Das Gerätehaus auf dem Sportplatz Roland

Das neue Gerätehaus auf dem Sportplatz Roland

Mit einer weiteren Baumaßnahme, der Erneuerung des Sport- und Gerätehauses auf dem Sportplatz Roland, stellte der VfL erneut unter Beweis, dass Eigeninitiative und ehrenamtliches Engagement auch in der heutigen Zeit noch viel bewegen kann. Wieder wurden über 1400 Arbeitsstunden unentgeltlich geleistet, um dieses Werk zu vollenden und beim Sport- und Waldfest 2007 erstmals zu nutzen. Was von vielen Kritikern zunächst belächelt und für überflüssig angesehen wurde, zeigt sich heute als absolute Bereicherung für den Verein, auch wenn z. Zt. keine Fußballmannschaft aktiv um Punkte kämpft.

Die neue Vereinsfahne

Die am Anfang der Vereinsgeschichte abgebildete Fahne aus dem Jahr 1903 ist seit langem in einem schlechten Zustand und kann nicht mehr restauriert werden. Es ist der Initiative von Anton Becker-Führ zu verdanken, dass der VfL Dermbach zu seinem 110-jährigen Geburtstag eine neue Fahne erhält und gleichzeitig die alte Fahne von einem Fachbetrieb so konserviert wird, damit sie als wichtiges Erinnerungsstück erhalten bleibt. Die neue Fahne wurde von Johannes Schmidt entworfen und zeigt das ebenfalls von ihm entwickelte Vereinsemblem welches in dieser Form seit dem 100-jährigen Jubiläum als "Vereinslogo" dient. Die Gesamtkosten für die neue Fahne und die Konservierung der alten Fahne belaufen sich auf 4.400 EURO. Im Moment eine stolze Summe, die zur Abdeckung auch noch mancher Spende bedarf, aber eine wichtige Investition in die Zukunft denn ein Stück Tradition gehört auch im 21. Jahrhundert noch zu einem intakten Verein.

Entwurf der neuen Vereinsfahne

Diese Vereinsgeschichte gibt in komprimierter Form einen Einblick in die allgemeine Entwicklung. Natürlich gibt es viel mehr lesens- und sehenswertes, speziell auch aus sportlicher Sicht zu berichten. Die Plattform für diese Berichterstattung haben wir unter dem Punkt "Abteilungen" geschaffen. Wer also mehr wissen will, bitte sehr, surfen Sie durch die Abteilungen und erleben Sie, was ein Allsportverein wie der VfL Dermbach leistet und zu bieten hat.